Bunte, schrille, unterschiedliche Formen und Designs verbinden viele mit afrikanischer Mode, die oft den Hippies und anderen alternativen Trendrichtungen zugesprochen werden. Meist werden diese Stoffe nicht mit high-fashion in Verbindung gebracht. Susann Schweizer sieht das allerdings anders und bringt mit ihren kreativen Ideen mit ihrem Label Poplin Project Afromode in die Metropole der Schweiz.

Hintergrund des Modelables Poplin Project

Erst vor gut einem Jahr begann das gesamte Projekt. Susann Schweizer, bereits seit jeher großer Fan afrikanischer Märkte und ihrer Stoffe, begann Hosen, Overalls, Kleider für jedermann und jederfrau sowie auch für Kinder zu erstellen. Diese Stücke waren dabei ausschließlich aus traditionellen afrikanischen Stoffen gefertigt, die auf Waxprints setzen. Auf der ganzen Welt sind solche Designs bereits seit Längerem beliebt, jedoch hat Schweizer ein gutes Händchen für gut sitzende, angepasste, legere Schnitte, die jeder Figur schmeicheln. Damit setzt sie sich auch ab vom gängigen Gedanken, afrikanische Mode sei für Ethnologen, Missionare oder eben Hippies, denn die Designs sind cool, in und auch bezahlbar.

Ihre Mode wird also gehypt und das auf ganz vielen Fashionshows, nicht zuletzt auf der Berliner Fashion Week. In Zürich hat Schweizer diesen Sommer kurzerhand ein Pop-up-Verkaufslokal eröffnet, welches überlaufen war von fashioninteressierten Personen. Sie könnte Geschäfte eröffnen und am laufenden Band neue Mode präsentieren. Doch Schweizer setzt eher auf Slow Fashion; sie produziert lediglich eine Fashionlinie pro Jahr. Auch der Aufwand wäre für sie derzeit noch zu groß, da jedes Kleidungsstück nach ihren Ideen in kleinen Werkstätten an der Elfenbeinküste von Frauen und Männern angefertigt wird. Mit ihren Designs möchte sie in den afrikanischen Waxprints den westlichen Geist erwecken, denn für sie sind die Stoffe Pop-Art. Neben all dem gehen auch noch 33 Prozent ihres Gewinnes an lokale Gruppen, die auch in die Weiterbildung der lokalen Bevölkerung investieren.

Wir hier in der westlichen Hemisphäre haben es größtenteils verlernt, Handgemachtes wertzuschätzen und das will Frau Schweizer mit ihren Kreationen uns wieder vermitteln.