Die dunkle Seite der Modeindustrie

Laut dem Global Slavery Index befinden sich etwa 40 Millionen Menschen in der Welt in der modernen Sklaverei. Frauen stellen mit 71% Prozent der Betroffenen den Hauptteil. Eine neu veröffentliche Studie der australischen Menschenrechtsorganisation Walk Free Foundation, welche den Global Slavery Index herausgibt, zeigt auf, dass die Modeindustrie dies zu einem Großteil mitverursacht. Für die Studie wurden über 70.000 Menschen befragt, die aus 170 verschiedenen Ländern stammten.

Die Sklaverei wird meistens in totalitären politischen Systemen oder Konfliktregionen praktiziert. Viele Länder in Afrika und Asien gelten als Hauptverursacher dieses Problems. Möglich wird dies aber erst durch Nationen, die Waren aus diesen Ländern importieren. Ein gutes Beispiel ist das kleine Land Kambodscha, das der viertgrößte Anbieter von Bekleidung weltweit ist. Hier ist die Tendenz zur Sklaverei besonders groß, auf der Liste der Walk Free Foundation steht Kambodscha an siebter Stelle. Obwohl das Problem des Sklaverei weltweit bekannt ist, importieren die G20-Staaten jährlich Bekleidung aus gefährdeten Ländern für über 127,7 Milliarden USD .

Da der menschliche Arbeitsaufwand bei der Herstellung von Bekleidung eine große Rolle spielt, ignorieren die reichen Länder dieser Welt gerne die Arbeitssituationen in den Herkunftsländern. Nur der Preis ist relevant, der einen großen Gewinn verspricht. Tatsächlich stellen nur sieben der zwanzig reichsten Länder der Erde den Kauf von Waren aus Ländern, in welchen Zwangsarbeit praktiziert wird, unter Gesetz.

Die Walk Free Foundation empfiehlt daher, das Problem umgehend aus globaler Sicht anzugehen. Die Menschenrechte müssen ihr zufolge besonders von den reichsten Ländern dieser Erde geschützt werden – nicht nur vor ihrer eigenen Haustür, sondern auch im internationalen Handel. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können Transparenz dadurch erhalten, dass Herkunft und Entstehung von Waren klar identifiziert werden. So entsteht für die globalen Unternehmen ein Problem, wenn sie Waren aus Ländern mit Sklavenarbeit vertreiben. Dafür fehlen aber im Moment in fast allen Ländern politische Rahmenbedingungen.

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